Schwibbogen

 

Als Heimat des Schwibbogens gilt die Bergstadt Johanngeorgenstadt, die einstmals als Exulantensiedlung gegründet wurde. Hier soll der Bergschmied Johann Teller 1726 den ersten dieser Art aus Schmiedeeisen gefertigt haben.
Der Erzählung nach geht der Schwibbogen in seiner Art darauf zurück, daß die Bergleute zur Mettenschicht am "Zechenheiligabend" ihre Grubenlampen halbkreisförmig in Form eines Stollenlochmundes an die Wand gehängt haben. Die Bezeichnung Schwibbogen stammt wohl vom architektonischen Begriff des gothischen Schwebebogens (freitragender Bogen zwischen Mauern/Säulen) ab.
In Johanngeorgenstadt setzte sich der Brauch durch das der Bergschmied seiner Knappschaft am Zechenheiligabend einen eisernen Schwibbogen schenkte. Er wurde zur Mettenschicht geladen und war Vertrauter von Steiger und Mannschaft. Der älteste erhaltene Schwibbogenwurde vom Bergschmied Teller 1778 hergestellt und trägt außerdem den Namen des Obersteigers Friedrich.
Als Motiv dienten christliche und bergmännische Motive. Das noch heute am weitesten verbreitete Schwibbogenmotiv geht auf Paula Jordan zurück (Schwarzenberger Schwibbogen)und stellt zwei Bergleute in Festkleidung, eine Klöpplerin und einen Schnitzer dar. Verfollständigt wird dieses Motiv durch Truhe, Leuchter und Engel. In der heutigen Zeit werden die Schwibbögen meist als Laubsägearbeit gefertigt. Den Siegeszug trat der Schwibbogen erst Mitte des 20ten Jahrhunderts an und ist inzwischen der am weitesten verbreitete Lichterträger.