Das Bergwerksmodell

Das Bergwerk in der Erd
Hat Gott der Schöpfer werth
Mit mancherley Metallen
Nach seinem Wohlgefallen
Geschaffen und formieret
Ganz wunderlich gezieret.
Matthäus Wiesner (1617-1678) 

 

Wahrscheinlich haben Bergleute deshalb so gern die Arbeitswelt unter Tage im Modell dargestellt weil sie niemanden dahin mitnehmen konnten. Die bergmännische Welt ist jedenfalls ein fester Bestandteil der erzgebirgischen Weihnachten geworden.
Von der Kunstfertigkeit ihrer Erbauer zeugen eine ganze Reihe, meist in Museen zu besichtigende, von mechanischen Bergwerksabbildungen auch in Form von Weihnachtsbergen. Die Bergwerksmodelle können raumfüllend oder aber auch so klein sein, das sie in eine Streichholzschachtel passen.
Im Grunde finden wir aber die Bergwerksabbbildungen in allen Volkskunstgegenständen vom Nußknacker über den Schwibbogen bis zur Pyramide ebenso wieder. 

Aus den "Guckkästen", "Buckelbergwerken und "Geduldsflaschen" waren die ersten Weihnachtsberge entstanden. Aus der Schnitzerei und Bastelei zum Nebenverdienst hat sich eine echte volkskünstlerische Betätigung immer mehr zur        Bereicherung und Illumination des Weihnachtsfestes, zur Freude für die ganze Familie, für Kinder und Erwachsene        entwickelt.

Unter dem Einfluß der im benachbarten Böhmen beheimateten Krippenschnitzerei bereicherten sich die Weihnachtsberge später immer mehr mit der Christgeburt und Darstellungen aus dem Leben Jesu.

Am Ende des 18.Jahrhunderts kam es dann bereits zur Gründung der ersten "Weihnachts- und Krippenvereine (1879: "Lößnitzer Bergverein"). Schnitzer und Bastler aus den unterschiedlichsten Berufen schlossen sich hier zu        gemeinsamer Beschäftigung zusammen. Die Vereinsmitglieder wetteiferten untereinander beim Bau ihres Weihnachtsberges mit ständiger Verbesserung, Erweiterung und Umgestaltung. Das Wichtigste aber war der        Gemeinschaftsberg. Meist mit überdimensionalen Ausmaßen, mit technischen Raffinessen ausgestaltet, mit        unzähligen Figuren und Szenen bestückt, so daß ganze Handlungen abliefen und "Geschichten erzählt" wurden.

Herrliche Weihnachtsberge sind seit Zeit bis in die 30iger Jahre unseres Jahrhunderts entstanden. Doch es waren nicht nur die großen Gemeinschaftsberge, von denen noch heute einige wenige wertvolle im Schneeberger "Museum für bergmännische Volkskunst" bewundert werden können, auch die vielen kleinen und einfachen, meist nicht einmal        mechanisierten, Weihnachtsberge erfreuten die Menschen im Erzgebirge zum Weihnachtsfest !