Die Tradition des Werkstoffes Papiermaché im thüringisch-fränkischen Raum geht bis an die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Die dafür entwickelten spezifischen Rezepturen galten damals wie heute als streng gehütetes Geheimnis jeder Firma. Grundbestandteile der MAROLIN®-Masse sind nach wie vor genau bestimmte Anteile an Ton, Kaolin, Pflanzenleim und Papierfasern. Figuren größer als zwölf Zentimeter entstehen als Hohlkörper aus in Gipsformen eingegossener Masse.
Vor über 100 Jahren begann Richard Mahr im elterlichen Wohnhaus in Steinach mit der handwerklichen Produktion von Krippenfiguren aus einer Papiermachémasse, die er MAROLIN® nannte. Eine solide Ausbildung und umfangreiches Können seiner Mitarbeiter waren ausschlaggebend für die hohe Qualität der gefertigten Artikel. Sein kaufmännisches Geschick führte die Firma in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zu einer ersten Blüte. Die Figuren aus MAROLIN® wurden weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und an zahlreiche Händler in ganz Europa und Übersee geliefert, bis der Zweite Weltkrieg all dem ein jähes Ende setzte.
Der Neuanfang im Jahr 1945 begann vielversprechend, doch die Teilung des deutschen Staates machte alle Hoffnungen auf eine weitere freie Entwicklung zunichte. Mehr als 40 Jahre danach wagten die Nachkommen von Richard Mahr, die alte Firmentradition neu zu beleben. Seit1992 erfährt der Werkstoff MAROLIN® eine Renaissance.
Geschätzt von den Liebhabern und Sammlern traditioneller Handwerkskunst eroberten sich die Figuren aus MAROLIN® alsbald wieder ihren Platz. Sie zählen auch heute noch zu den ausdruckstärksten Modellen dieses Genres. |