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Seitenbesucher: Laubsaegen Counter by GOWEB

Laubsägearbeiten

Laubsägearbeiten Wir geben hier die Originalhinweise vom Verlag Mey & Widmayer wieder, welche noch heute absolut aktuell sind. Außerdem werden wir unsere bzw. Eure Erfahrung beim Umgang mit verschiedenen Techniken veröffentlichen.
Vor mehr als sieben Dezennien hat der Verlag Mey & Widmayer die ersten existierenden Musterbogen für Laubsägearbeiten herausgegeben. Diese damals neue Beschäftigung hat im Laufe der Zeit eine immer größere Verbreitung und Pflege gefunden, so daß heute das Preisverzeichnis obengenannter Firma mehr als 2000 Vorlagennummern ausweißt. Von allen Beschäftigungen des kunstfreudigen Dilettanten ist die Laubsägerei die lohnenste und dabei einfachste Betätigung. Wird ein Gegenstand mit durchbrochenen Teilen überlegt, so entsteht die flachschnittartig wirkende Auflegearbeit, werden die Zwischenräume eines gesägten Musters verschiedenartig ausgefüllt, so erhält man eine Einlegearbeit; auch bei durchbrochenem Schnitzwerk werden die Umrisse mit der Laubsäge geschnitten. Um Anfängern in dieser Arbeit und besonders der sich damit befassenden Jugend erklärend an die Hand zu gehen, soll in vorliegender Anleitung das Hauptsächlich hierfür Wissenswerte in aller Kürze behandelt werden.

Die Werkzeuge

Der Arbeitstisch soll nicht höher als 70 - 75 cm sein, um wegen ungeeigneter Höhe nicht zu ermüden. Der Laubsägebogen (Figur 1) besteht aus dem Bogen mit Handhabe, Einspannzwingen und dem Laubsägeblatte. Der billigere und gebräuchlichere ist der Stahlbogen, Fig.1, der für Spannweiten von 30 cm, 35 cm, 40 cm und darüber geliefert wird. Wenn nun noch größere Schnittweiten gebraucht werden, so ist unbedingt der Holzbogen, Fig. 1a, vorzuziehen, weil dessen leichteres Gewicht beim Sägen den Arm weit weniger ermüdet. Für einen Anfänger wird ein Bogen von 30 cm Spann-weite ausreichend sein, für ei-nen geübten Laubsäger wird sich späterhin das Bedürfnis für einen größeren Bogen ein-stellen. Der Handgriff ist schraubbar eingerichtet und kann bei Rechtsdrehung der Stahlbacken für die einzu-spannende Säge angespannt, bei Linksdrehung nachgelassen werden, so daß auch kürzere (abgebrochene) Sägen verwendet werden können.
Bei dem Einspannen müssen die Zähne des Sägeblattes nach auswärts und zugleich nach unten gerichtet werden. Bei ganz feinen Zähnchen erkennt man die richtige Stel-lung durch leichtes Darüberführen des Daumennagels über die Schneide. Zum Sägen soll man nur Blätter von bester Qualität verwenden, denn der vielleicht etwas billigere Preis geringerer Fabrikate steht nicht im Verhältnise zur Leistungsfähigkeit. Laubsägeblätter Nr. 00 und 0 dienen zum Sägen ganz dünner Fourniere, wie solche bei Einlegearbeiten verwendet werden, Nr. 1 für 2 - 3 mm starke Holzplatten, Nr. 3 für 5 - 7 mm Stärke usw. Zum Sägen von Metallplatten hat man besonders gehärtete Laubsägeblätter.
Das Sägetischchen oder Sägebrett mit Tischschoner (Figur 2) dient als Stützplatte für das im Schlitze auszusägende Brettchen. Man schraubt das Tischchen an die Kante des Arbeitstisches.
Der Drillbohrer (Figur 3) ist das bequemste und sicherste Bohrwerkzeug. Er wird mit der Einsatzspitze senkrecht auf die Bohrstelle gesetzt, mit der linken Hand am Kopfe festgehalten und angedrückt, worauf durch Ab- und Aufwärtsbewegungen des Schiebers das Bohren stattfindet. Für das Bohren kleinerer und größerer Löcher sind jedem Drillbohrer verschiedene Einsätze beigegeben. Eine Ahle (Spitzbohrer) kann ebenfalls zum Bohren der Löcher benützt werden. Selbe soll aber vierkantig zugeschliffen sein um ein Zersprengen des Holzes zu vermeiden. Die oben angeführten Handwerkzeuge können auch ersetzt werden durch Laubsägemaschinen.
Die umseitig abgebildete Maschine Figur 4 ist ein sher preiswertes Modell, das an jeden Tisch angeschraubt werden kann, mit 46 cm Ausladung, schräg stellbarer Plattem Fournierniederhaltung und Blasevorrichtung. Der Antrieb erfolgt am besten mit einem 1/10 PS-Elektro-Motor, evtl. auch mit Fußantriebsgestell laut Materialien-Katalog. Die Sägeleistung ist eine sehr gute, der Schnitt ein sehr exakter und die Arbeitsweise beim mechanischen Antrieb eine sehr bequeme und rasche, wobei man 3 - 4 aufeinandergenietete Plättchen ohne weiteres gleichzeitig sägen kann. Die Maschine schneidet Holz bis 12 mm, Metall bis 3 mm.

Die in Figur 4a abgebildete Handlaubsägemaschine vereinigt nun einen Sägetisch mit Laubsägebogen und gewährleistet durch zwei Führungsstangen eine Parallelführung des-selben wodurch ein absolut senkrechter Schnitt erreicht wird. Es ist dies natürlich ein sehr großer Vorteil, besonders bei Anfängern und ist mit dieser Maschine das Sägen sehr leicht und angenehm, weil die Aufwärtsbewegung des Bogens durch eine Feder selbständig bewirkt wird und also nur eine Abwärtsbewegung betätigt werden braucht, die ja ohnehin bequem und ohne Ermüdung ausgeführt werden kann. Die Maschine ist preiswert und mit Schnittweite 30 cm und 40 cm lieferbar.
Der Schraubstock (Figur 5) ersetzt in vielen Fällen die Hobelbank. Derselbe wird mit der Spindel a an der Tischplattenkante (zwischen den Zangen b b) befestigt, worauf die zu bearbeitenden Holzteile durch das Zuschrauben der Spindel e zwischen die unten mit einer Charnier d verbundenen Backenstücke c c eingeklemmt und von denselben festgehalten werden
Die Spannringe (Fig 6) erleichtern das Zusammensetzen ausgesägter Holzteile und bestehen aus Stahldraht von verschiedenen Durchmesser: am gebräuchlichsten sind Ringe mit 3 - 15 cm Weite. Die mit Leim bestrichenen Kanten der Teile werden aneinandergepaßt und mit den Ringen zusammengeklemmt, wobei der Mittelring immer zuerst anzulegen ist. Der Kopierstift besteht aus einer in Holz gefaßten vorne rundlich stumpf zugeschliffenen stricknadelähnlichen Stahlspitze oder Beinstift und dient zum Nachpausen der Muster. Zum selben Zweck kann auch ein Bleistift Nr. 4 genommen werden. Als weitere Werkzeuge sind noch zu nennen: einige kleine Schraubzwingen, Hammer, Zange, Feile, Raspel, Stemmeisen, Schnitzmesser, Lineal, Winkeldreieck und Schleifstein. (Siehe Katalog Materialien und Werkzeuge). Das Kopierpapier, blau, rot oder schwarz wird zum Übertragen der Muster auf das Holz benötigt. Das Glaspapier dient zum Glattschleifen der ausgesägten Brettchen. Es gibt grobkörniges, mittleres und feines Glaspapier. Ersteres dient zum Vorschleifen rauher Flächen, letzteres zum Feinschleifen. Durch das Überreiben mit zerknittertem Papier würden die schrfen Kanten der Sägearbeit verdorben, es soll deshalb das Papier flachgelegt und das Brettchen unter kreisförmiger Führung auf demselben abgerieben werden.
Ein Schleifhobel (Figur 7) leistet dazu gute Dienste. Er besteht aus einem glatten Brettchen, das oben eine Handhabe hat und unten mit Glaspapier beklebt ist.

Der Leim

Für das Zusammensetzen der Teile eignet sich am besten der allgemein gebräuchliche Tischlerleim. Man übergießt die Täfelchen mit kaltem Wasser, läßt sie darin einige Stunden hindurch aufquellen und kocht dann die Masse, nachdem der Wasserüberschuß weggegossen wurde, unter beständigem Umrühren über einem mäßigen Feuer, am sichersten im Wasserbad. Nach dem Kochen wird der Leim zu Gebrauche immer wieder aufgewärmt. Angebrannter Leim wird unrein und büßt seine Bindekraft ein.
Das Aufwärmen des Leims geschieht am besten in einem Leimsiedeapparat oder Leimwärmer (Fig. 8), weil hier der Leimkessel im Wasser steht, wodurch der Leim nicht anbrennt und lange Zeit flüssig bleibt. Beim Leimen sind die betreffenden Holzteile etwas zu erwärmen und dann mit mittelstarkem heißem Leim mäßig zu bestreichen. Hierauf sind die Leimfugen mit den Händen, Spannringen oder Schraubzwingen so lang aneinander zu pressen, bis sie festhalten.

Das Übertragen des Musters

geschieht durch Pausen auf die Holzplatte, oder durch Aufkleben der Vorlage. Bei ersterem wird das Kopierpapier zwischen Vorlage und Platte gelegt, mit einigen Reißbrettstiften angeheftet und die Zeichnung mit einem Kopierstift nachgezogen. Für gerade Linien wird das Lineal, bei Kreisen der Zirkel benützt. Beim direkten Aufleimen der Vorlage auf das Holz ist es gut ganz dünnen kalten Leim, dem ein paar Tropfen Glyzerin beigefügt wurden, zu verwenden. Bequem sind die unmittelbar auf das Holz gedruckten Muster, welche aber nur in beschränkter Auswahl (siehe Verzeichnis Laubsägeartikel) zu haben sind. Sind für einen Gegenstand mehrere gleiche Teile herzustellen, so können je nach Stärke der Holzplättchen zwei bis vier Teile miteinander gesägt werden. Man nietet sie am Rande oder anderen Ausfallstellen mittels feiner Drahtstiften an gegenüberliegenden Punkten zusammen, kneift die vorstehenden Spitzen mit der Zangen ab und ebnet Sie mit einer feinen Feile.

Das Bohren der Löcher

Löcher sind in allen Zwischenräumen des Musters notwendig und werden nur in unbedingt erforderlicher Anzahl gebohrt. Ob Sie an einer Ecke oder in der Mitte des betreffenden Ausfallstückes angebracht werden sollen, hängt von der Form des Musters ab.

Das Sägen

Die Säge bleibt in der oberen Kluppe stets festgeklemmt. beim Einspannen wird der Laubsägebogen mit dem oberen Teil an der Tischkante, mit dem Handgriff an die Brust gedrückt, so daß beide Hände frei sind. Nun wird die Säge von oben durch das Loch geführt und in die untere Kluppe festgeschraubt. Das Sägeblatt soll so straff gespannt sein, das es beim Klimpern mit dem Finger einen saitenartigen hellen Ton gibt. Das auszusägenden Brettchen wird derart auf den Tisch gelegt, daß sich das Bohrloch ober dem Schlitze befindet; der Bogen ist mit der rechten Hand zu führen, während mit der Linken dem Brettchen die entsprechende Richtung gegeben wird. Man arbeite in aufrechter Körperhaltung und beuge sich nie über die Säge, damit beim Reißen derselben nicht etwa das Gesicht verletzt wird; auch ist besonders darauf zu achten, das die Säge in senkrechten Zügen geführt wird, denn dadurch werden die Schnittkanten so winkelrecht, daß das Ornament auf der Rückseite genauso aussieht, wie vorne. Der Sägeschnitt muß immer auf der Linie der Zeichnung gemacht werden und darf nach keiner Seite hin ablenken; die Führung hat mit gleichmäßigen und nicht zu raschen Zügen zu geschehen, so daß das Sägeblatt bei dem Herunterziehen schneidet, hinauf aber nicht angreift. Wird mit dem einfahcen Handsägebogen gearbeitet so muß zeitweilig der sich anhäufende Sägestaub mit dem Munde weggeblasen werden, damit die Zeichnung sichtbar bleibt. Immerwährendes Blasen ist weder notwendig noch anzuempfehlen. Hat sich durch längeres Schneiden das Sägeblatt erhitzt, so hält man, um es abkühlen zu lassen, kurze Zeit mit dem Sägen inne, da sonst das Sägeblatt reißen würde. Es ist nicht richtig, daß durch schnelles Sägen das Arbeiten rascher vor sich geht; der Arm würde hierbei zu bald ermüden, der Schnitt unrein und ungleichmäßig und das Sägeblatt entweder reißen oder vorzeitig stumpf werden.

Bei scharfen Ecken wird in kurzen leeren Zügen etwas schneller gesägt und das Brettchen in die erforderliche Lage gedreht. Bei solchen Stellen, an welchen das Trennstück in Wegfall kommt, kann die Säge auch in einem kleinen Bogen vor der Spitze oder Ecke vorübergeführt und dann zurückkehrend erst die genaue Form geschnitten werden. Bei Blättern mit vielen Randzähnen ist stets zu empfehlen, zuerst die Hauptform und dann von zweierlei Richtungen aus die Zahnungen zu sägen (Figur 9). Es werden dadurch die Ecken und Spitzen bedeutend schärfer, als beim Umwenden mit der Säge. Da es sehr schwer ist gerade Linien genau zu sägen, so ritze man solche vorerst mit einem scharfen Messer ein, um der Säge eine Führung zu geben und das Verlaufen des Schnittes nach den Holzfasern zu verhindern. Durch zu große Rücksicht auf die Form der einzelnen auszusägenden Zwickel soll man sich nicht verleiten lassen, die Formen des eigentlichen Ornamentes zu vernachlässigen, sondern ist dessen Entwicklung hauptsächlich bei Kreuzungen stets im Auge zu behalten. Ist in dieser Beziehung einmal ein Fehler durch Abweichung von der Zeichnung gemacht worden, so lenke man nicht plötzlich sondern allmählich wieder auf die richtige Linie ein.
Fig. 10 zeigt eine fehlgeschnittene Verzierung, an der die Zwischenräume egal, die Orna-mentlinien aber mißlungen ausgeführt sind.

Das Zusammensetzen der Teile

Der Anfänger wird zuerst einfache Sachen, wie Rähmchen usw., welche des Zusammensetzens nicht bedürfen, anfertigen. Auch bei Consolen und anderen stumpf zusammengefügten rechtwickligen Gegenständen bietet das Zusammensetzen keine Schwierigkeiten, und sind dabei nur die anzuleimenden Kanten möglichst gerade zu richten. Dies geschieht am besten dadurch, daß selbe auf einem flachgelegten Glaspapier der Länge nach abgerieben werden, wodurch zu beachten ist, daß die äußeren Randkanten möglichst scharf bleiben. Bei Körbchen, Kästchen und allen Teilen, welche abgeschrägt (in Gehrung) zusammengefügt werden sollen, müssen die Kanten in den entsprechenden Winkel gebracht werden. Dieser Abschrägungswinkel beträgt in einem rechtwinkligen Kästchen 45 Grad und ist daher stets der Holzdicke entsprechend. Bei sechs- oder achteckigen Körbchen etc. aber weniger. Ist die Breite der Gehrung festgestellt und an der Kante vorgezeichnet, so wird die Abschrägung je nach der Holzschräge, mit Messer, Raspel, Feile und Glaspapier vorgenommen. Hat man die Teile in die richtige Gehrung (Abschrägung) gebracht, so werden die Flächen auf feinem Glaspapier überschliffen, was hauptsächlich dann geschehen muß, wenn das Muster aufgeklebt wurde. Kleinere Sachen aus dünnen Holzplättchen werden ausschließlich mit Leim zusammengesetzt. Bei allen Gegenständen aber, deren Holzstärken es ermöglichen, ist das Zusammensetzen mittels Schrauben jenem mit Leim vorzuziehen, weil hierdurch nicht nur die Dauerhaftigkeit erhöht wird, sondern auch das Arbeiten sich reinlicher gestaltet. Drahtstiftchen sind nur dann zu nehmen, wenn die Teile zugleich verleimt werden. Wie die Löcher mit dem Stecher vorgebohrt werden, zeigt Figur 11.
Bei dem Einsetzen der Schräubchen müssen auch die Köpfe im Holze versenkt werden. Häufig können versenkte Schräubchen und Stifte durch Auflageteile, Rosetten, Köpfe oder Gesimsteilchen verdeckt werden. Sehr empfehlenswert für Eckverbindungen, insbesondere bei Lampenschirmen sind die neuerdings in den Handel gebrachten sogenannten Nutenleisten (Fig. 11a), die für vier-, sechs- oder achteckige Verbindungen geschaffen sind. Die Nut ist mit 4 mm Weite (der gebräuchlisten Holzstärke) gehalten und brauchen die zur Verbindung hergestellten mit Leim bestrichenen Teile nur in die Nut eingeschöben werden. Allerdings erfährt der Durchmesser des Gegenstandes beim Gebrauch der Nutenleiste eine kleine Vergrößerung und ist also nicht in allen Fällen ohne weiteres anzuwenden. Gegebenenfalls ist zu berücksichtigen, das der Boden etc. des betreffenden Gegenstandes um den in der Leiste entstandenen Abstand größer zu halten ist.
Man hat dann die Wahl zur Anwendung der sogenannten Dreikant- oder Fünfkant-leiste (Figur 11b) die ebenfalls für vier-, sechs- oder achteckige Verbindungen abgestimmt ist. Die Arbeitsweise ist hierbei auch eine sehr einfache jedoch müssen die Kanten die entsprechende Abschrägung erfahren haben (vergleiche Fig. 11a und b). Die auf die notwendige Höhe abgeschnittenen Leisten werden dann hinter die gewünschte Eckverbindung gebracht und die Befestigung am besten durch Schräubchen, eventl. mit Stiftchen oder Leim vorgenommen, wodurch dann ein absolut festes und starres Gefüge erreicht wird. Die Arbeitsweise wird durch diese Leisten außerordentlich erleichtert und vereinfacht.
Zum Befestigen der Rähmchenstütze (Figur 12) legt man das geschlossene Scharnier mit dem Gelenke nach oben auf das Rähmchen, sticht die Löcher vor, gibt die Stütze in richtiger Lage darauf und ritzt auf selber den Umfang des Scharnierplättchens ein. Nun wird das Stiftchen herausgenommen und jedes Blättchen am richtigen Platze angeschraubt, hierauf ein Teil auf den andernen gelegt und das Stiftchen (der Dorn) eingesetzt.
Sind Scharniere an einem Kästchen anzuschlagen, so werden sie wie bei Figur 13 im Holze versenkt, indem man mit der Säge die Längenkanten einsetzt und dann mit einem Stemmeisen soviel aushebt als es braucht, um die Blättchen einsetzen zu können; hierauf wird der Deckel am Kasten derart angelegt, daß beide Teile in einer genauen Ebene liegen und an den Ecken zusammenstoßen.
Figur 14 zeigt den Vorgang seitlich, Figur 15 von oben gesehen. Bequemeres Arbeiten wird ermöglicht, wenn beide Teile mit einer Schraubzwingen zusammengepreßt werden (Figur 15). Die Scharniere dürfen nie breiter als die Kastenwände sein. Schwieriger ist das Einlegen des Schlößchens. Es wird stets innen angebracht und der hierfür erforderliche Raum ausgestemmt, wobei die Außenleiste der Vorderwand nicht durchbrochen und nur die Oeffnung für das Schlüsselloch durchgestochen werden darf. Ist innen das Schlößchen angeschraubt, so legt man den Sperrhaken ein, schließt ihn ab, klappt den Kastendeckel darüber und drückt ihn derart auf, daß im Holze sich die Spitzen des Sperrplätchens einsenken, wobei das Plättchen eingelassen und angeschraubt wird. Bei Türen, an denen ein Riegelschloß Verwendung findet, wird stets links und bei zwei Türen am rechten Flügel das Schlioß eingestemmt und festgeschraubt. Ist dies geschehen, so werden die Tü-ren geschlossen und der Riegel, welcher zuvor vorne mit Tinte etc. angefärbt wurde, durch die Schlüsseldrehung vorgeschoben, wodurch sich genau die Stelle anzeichnet, wo das Riegelloch und Sperrblech anzubringen ist Vogelhausgitter werden am einfachsten dadurch hergestellt, daß man vor dem Zusammenbau auf die Innenseiten der einzelnen Wände in den erforderlichen Längen und Zwischenräumen die Drähte legt und dann mit darübergeschraubten Leist-chen, welche den Abständen und Drahtstärken entsprechend mittels der Säge mit Einschnitten (Rillen) versehen werden, befestigt.
In einzelnen Fällen werden die Drähte auch mit der rechtwinklig umgebogenen zugefeilten Spitzen in das Holz eingeschlagen (Figur 16).
Die Türchen können selten mit Scharnieren angeschlagen werden, sondern man biegt kleine Oesen und Häkchen (Figur 17),
welche in das Holz eingetrieben werden.
Um den in Ringen gebogenen Draht gerade zu strecken, zieht man auf einem Brett eine gerade Linie, schlägt in kurzen Abständen an beiden Seiten einige starke Nägel ein, zwischen welchen der gerkümmte Draht gezogen wird (Fig. 18). Schließlich sei noch bemerkt, daß nur verzinkter Eisendraht Verwendung finden soll, denn reines Eisen rostet und Messing setzt Grünspan an

Das Beizen

Das Beizen dient entweder dazu, die etwas stumpfe Naturfarbe zu beleben und zu erhöhen, oder auch, um dem Holze die Farbe einer feineren Holzgattung zu geben. Letzteres geschieht zumeist bei lichten Holzarten mittels der Beizfarben. Lichte Hölzer können in allen Farben gebeizt werden und sind die am häufigsten vorkommenden braun in verschiedenen Schattierungen und schwarz. Wenn irgend möglich, ist es gut die gesägten Teile schon vor dem Zusammensetzen zu beizen. Da durch das Beizen die Holzporen hervortreten und dadurch eine rauhe Oberfläche entsteht, ist es besser die Teile zuvor mit Wasser mäßig zu befeuchten und nach dem Trocknen feinzuschleifen. Zum Beizen lege man das durchbrochene Teil auf ein Brett und tupfe vorerst mit einem steifen Pinsel sämtliche Schnittkanten und Zwickel aus, worauf dann erst die Seitenflächen gleichmäßig bestrichen werden. Dieses Einlassen hat immer möglichst rasch und saftig zu erfolgen, damit nicht etwa einzelne Teile schon während der Arbeit eintrocknen, was die Gleichmäßigkeit der Farbe sehr beeinträchtigen würde. Bei dem geringen Verbrauch von Beizen ist es vorteilhaft selbe gebrauchsfertig zu kaufen (siehe Holzbeizen laut Materialkatalog) und sollen nur zwei Vorschriften zur Selbstanfertigung hier angegeben werden. Braun: 1 Teil Kasselererde und 1/2 Teil Pottasche werden in 6 Teilen Wasser gekocht, dann filtriert und in eine Flasche gegeben. Schwarz: a) 280 Gramm Brasilienspäne und 81/2 Gramm Alaun werden in 700 Gramm Wasser eine Stunde lang gekocht; die Flüssigkeit ist durch ein Tuch zu seihen und wird warm angewendet. Das damit gebeizte Holz überfährt man dann mit der Lösung: b) 14 Gramm Eisenvitriol und 140 Gramm Wasser. Beide Lösungen dürfen nicht zusammengemischt werden, und ist für jede ein besonderer Pinsel zu nehmen. Das Einlassen mit Oel geschieht bei gebeizten wie auch naturdunklen Hölzern mit gekochtem Leinöl (Leinfirnis) bei lichten Hölzern mit gereinigtem Leinöl und wird an Gegenständen, die matt bleiben sollen vorgenommen. Das Mattglänzen, Wichsen, Bohnern geschieht durch Ueberbürsten mit einer Lösung von weißem Wachs in Benzin oder Terpentin aufgelöst; es wird mit einem Pinsel kalt aufgetragen und dann mit einer Bürste überrieben. Das Brunolein ist zum Mattieren dem Glattwachs vorzuziehen, weil es in hell, mit Lasur A und B und schwarz erhältlich ist, und dadurch neben dem mattglanz auch eine Färbung erzeugt, welche in vielen Fällen das Beizen ersetzt. Das Lackieren kann mit jedem Lack vorgenommen werden, doch ist der Spirituslack dafür am geeignetsten, weil er sehr rasch trocknet und bei richtiger Anwendung einen politurähnlichen Glanz erzeugt. Man vollzieht diese Arbeit in einem gleichmäßig erwärmten Raum in der folgenden Weise: man gibt in eine Schale nur so viel Lack als nötig ist, nimmt einen Pinsel voll, streicht ihn am Rand so ab, bis kein Lack mehr abtropft und führt ihn dann in raschen und nebeneinander gelegten Zügen über die Fläche. nach dem Trocknen wird in quer zu führender Richtung ein zweiter Anstrich gegeben. Da der Lack ziemlich dünn genommen werden soll, um dauern haltbar zu bleiben, sind drei bis vier Anstriche erforderlich. Das Bemalen und Anstreichen von Laubsägearbeiten ist bei manchen Gegenständen unerläßlich. Burg- und Hausmodelle, sowie Blumengitter und Galerien, welche im Freien angebracht werden, sind mit Oelfarben zu bemalen. Feinere Sachen jedoch werden mit Tempera-Wasserfarben bemalt und Konturen sowie Schattierungen mit schwarzer Tusche aufgezeichnet. Derlei Malereien sind dann schließlich mit einem mehrmaligen Anstrich von farblosem (transparenten) Spirituslack zu versehen. Schließlich werden hiermit allen, die sich über sämtliche Zweige der Laubsägerei, Metall- und Einlegearbeiten informieren wollen, die in unserem Verlag erschienenen Bücher "Die vorzüglichsten Beschäftigungen des Dilettanten" und "Für unsere Knaben: der Jugend Kunstfertigkeit und Spiel" (siehe Umschlag) zum Bezuge bestens empfohlen. Beide hübsch gebundenen und reich illustrierten Bücher enthalten auf je über 200 Seiten genaue Anleitungen für alle Zweige häuslicher Kunstbeschäftigungen.

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