Intarsia
Die Holzmosaik- oder Einlegearbeit (Intarsia) gehört zu den dankbarsten und interessantesten Dilettantenbeschäftigungen, denen bei geschickter Ausführung wirklicher Kunstwert innewohnt. Italienischen Ursprungs, fand sie im 15. und 16. Jahrhundert eine weitgehendste Anwendung, kam dann besonders in Deutschland durch die jeder Kunst abholden kriegerischen Verhältnisse in Verfall und lebte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder auf. Der Intarsia liegt die bekannte Laubsägerei zugrunde und ist es daher Hauptbedingung, ein geübter Laubsäger zu sein. Für die Einlegearbeit eignen sich am besten dekorative Flächenmuster, obwohl auch figürliche und lanschaftliche Darstellungen nicht ausgeschlossen sind. Gewöhnlich bestehen einfache Einlegearbeiten aus nur einer hellen und einer dunklen Holzplatte, bei reicher gegliederten Mustern aus drei und mehreren, wie auch mit Elfenbein-, Perlmutt-, Schildpatt- und Metalleinlagen. Die für Einlegearbeiten gebräuchlichsten Holzgattungen sind weißes Ahorn (am besten Bergahorn), Nuß, Eichen, Birnbaum in Natur, und schwarz gebeizt, letzteres als guter Ersatz des schwarzen, schwer zu bearbeitenden Ebenholzes, und Kirschbaumholz, dann Zeder-, Zitronen-, Buchsholz, Mahagoni, Palisander, Amarant, Veilchen- und Rosenholz. Die Einlegefurnituren sind ca. 1 mm stark und nicht geschliffen. Das Schleifen ist erst nach dem Einlegen vorzunehmen. Die am meisten vorkommenden Naturfarben der Hölzer sind: gelb, verschiedene Töne in braun und rot, dann weiß und schwarz, nur wenige gibt es in grün und grau, in reinem violett und blau kommen keine vor. Ersatz für die fehlenden Farben bieten die gebeizten Hölzer, welche wir in schwarz, grau, violett, braun, blau, grün, gelb und rot auf Lager halten. Alle Naturhölzer dunkeln im Laufe der Zeit etws nach, manche nehmen eine hellere oder ins grau spielende Färbung an. In dieser Beziehung ist das Amarant das Chamäleon unter den Hölzern, es durchläuft mit den Jahren die Farbenstufen von dunkelrot, veilchenblau bis dunkelviolett. Da sich diese Umwandlungen nur in langen Zeiträumen vollziehen und ein denkender Arbeiter eine derartige Verwendung treffen wird, daß die Einlegerei durch Nachdunkeln nicht unansehnlich wird, ist dieser Eigenschaft keine große Bedeutung beizumessen. Mehr Aufmerksamkeit verdient der üble Einfluß (Antagonismus) einiger weniger Holzarten zueinander; z.B. wirken Zypresse und Zeder, Walnuß und Zypresse bei unmittelbarer Berührung zerstörend aufeinander, werden sie aber durch Zwischenlegen einer anderen Holzart getrennt, so hebt dies die fäulniserregende Wirkung sofort auf. Um die Hölzer bezüglich des Aussehens schon vor dem Fertigstellen der Enlegerei beurteilen zu können, befeuchtet man sie mit Wasser, wodurch annäherunmgsweise der wirkliche Holzton hervortritt. Gewöhnliches Bein (gebleichte Tierknochen), das von den Drechslern für billige Waren verarbeitet wird, eignet sich wegen der großen Poren nicht zur Einlegerei, man nimmt daher wirkliches oder immitiertes Elfenbein, das dem echten im Ton und Struktur nahezu gleicht, bedeutend billiger ist und den Vorteil bietet, daß es in größeren Platten erhältnich, weniger Abfall gibt. Das nämliche trifft auch beim Schildpatt und den verschiedenen Perlmuttsorten zu. Unter den Metallen kommen am meisten nickelplattiertes Zinkblech, Messing-, Kupfer- und andere Bleche für kleinere Teile und Streifeneinlagen (Adern) zur Verwendung. Bei dem Einlegen mit bloß zwei Holzplatten, die von gleicher Stärke und Größe sein müssen, wird folgenderart verfahren: Quer über die Holzfasern der einen Platte werden in etwas einem oder mehr Zentimeter breiten Abstande, der sich nach der Größe der Platte richtet, schmale Streifen Zeitungspapier, die auf beiden Seiten mit dünnem Leim zu bestreichen sind, geklebt, worauf sogleich die zweite Platte darüber zu legen und das Ganze zwischen zwei glatten Brettern mittels Schraubzwingen zusammengepreßt ist. Letztere sind erst nach ein paar Tagen abzunehmen. Einfacher ist es, die Platten an den in Wegfall kommenden Rändern zusammenzunieten, dorch dürfen weder Köpfe noch Spitzen hervorstehen. Das Muster ist auf die obere Platte zu kleben.Als Grundplatte wird meist die dunklere gewählt. Als geeigneste Sägeblätter sind die mit Nr. 00 und 0 bezeichneten zu verwenden. Da mit geringen Ausnahmen alle Linien zu sägen sind, werden nur die notwendigsten Löcher an den Ecken einspringender Winkel zum Durchstecken des Sägeblattes gebohrt. |
Bei Muster mit Mittel- und Seitenfeldern ist das Sägen am besten in der Mitte zu beginnen und hiermit nach den Rändern hin fortzuschreiten; die Sägeschnitte sind stets senkrecht zu führen und da für das Einlegen auch nicht das kleinste Teilchen verschnitten werden darf, hat das Wenden des Blattes an den Ecken zu geschehen. Dünne Ranken und feinste Schnörkel sind mit einem Ihrer Breite entsprechenden Sägeblatte zu schneiden, gerade Linien vor dem Sägen an einem Lineal mit dem Messer, Kreise und Bogen mit dem Schneidezirkel vorzureißen, wodurch das genaue Einhalten der Linien erleichtert wird. Die ausfallenden Teile werden zum rascheren Auffinden zwitweilig auf die entsprechenden Stellen des Musterblattes gelegt. Eine sehr bequeme Auffangvorrichtung, die an jedem Laubsägebogen unschwer angebracht werden kann, ist eine kleine der Leuchtermanschette ähnliche Blechschale, die ober dem Handgriffe des Sägebogens eingefügt wird. Bei dem Sägen ist darauf zu sehen, daß Teile weder gebrochen, noch verloren werden. Nach beendigtem Sägen bleibt der Außenrand, das sogenannte Gerippe, übrig, der bei dem Einlegen benützt wird. Nun werden die etwa zusammengeklebten Doppelteile flach auf die Tischplatte gelegt und mit einer zwischenzuschiebenden, dünnen Messerklinge getrennt, was unschwer gelingt. Wurden die Platten zusammengenietet, so entfällt natürlich das Spalten. Von den zwei Einlegeplatten wird meistens die helle für das Muster, die dunkle zum Grunde gewählt und das Einlegen am unteren Rand des Geripprahmens vorgenommen.Man spannt auf ein glattes Brett mit Reißnägeln ein genügend großes Papier, gibt den Geripprahmen darauf und befestigt ihn an den Ecken, worauf das trockene Einlegen der Teile nach dem Muster vorgenommen wird. Das Aufnehmen kleinster Teile geschieht mit einer Greifzange (Pinzette). Ist etwa ein Teilchen zerbrochen oder verloren gegangen, so wird dennoch mit dem Einlegen fortgefahren. Zerbrochene Stücke aus dunklem Holze können, wenn man sie mit den Bruchflächen aneinanderdrückt, trotzdem eingelegt werden, da nach beendeter Arbeit solche Fehlstellen kaum wahrgenommen werden, fehlende Teile Teile hingegen sind später zu ergänzen. Hat man sich nach dem Einlegen überzeugt, daß nichts übersehen wurde, so wird dann über die ganze Fläche ein mit heißem Leim bestrichenes Papier geklebt, wobei nichts aus der Lage gerückt werden darf. Nun gibt es eine dicke Lage Makulaturpapier darüber, über diese oben und unten ein glattes Brett und unterwirft das Ganze einer scharfen Pressung mittels Schraubzwingen, die erst nach einigen Tagen abgenommen werden dürfen. Verlorengegangene Teile sind jetzt zu ersetzen, indem man die Lücken der Platte mit entsprechenden Holzstückchen unterklebt, sie genau nach der Kontur sägt, dann die Teile einleimt. |
Kommen bei der Einlagearbeit mehr als zwei Platten, insbesonders aber teure Holzsorten, Elfenbein, Perlmutter usw. in Verwendung, so wird folgendermaßen verfahren: Hat man das Muster auf die obere Platte geklebt, so werden ähnlich wie bei den in Verlust geratenen Teilen die Stücke des teuren Einlegematerials, Elfenbein usw. auf der Unterseite der Platte nur in erforderlichers Größe an die betreffenden Stellen geklebt und ausgesägt. Setzt sich das Muster aus mehreren Feldern mit verschiedenen Grundplatten zusammen, so kann jedes derselben für sich allein in Arbeit genommen werden. Um die richtigen Unterlagen zu treffen, werden an den Grenzen der Kontur feine Löchelchen gebohrt, die deren Größe bezeichnen. Eine hübsche Wirkung wird durch Zusammenstellung folgender Holzarten erreicht: Nuß, Mahagoni und Schwarz; Birn und Schwarz; Nuß, ungarisch Eichen und Schwarz; Birn, Palisander, Ahorn, Nuß und Schwarz; Ahorn, Amarant, Nuß und Schwarz usw.; für zierliche Ornamente Birn, Ahorn, Amarant und Stechpalme, für breite Flächen und Grundplatten, wenn sie nicht dunkel sein sollen, Ahorn-, Nuß- undTunamaser, denn gemaserte und geflammte Hölzer; Grau und Schwarz stimmen zu jeder Farbe. Werden miteinander nicht harmonisierende Farben durch schmale schwarze Zwischenräume getrennt, so können sie unbedenklich nebeneinander gestellt werden.Die nach dem Einlegen vorzunehmenden Arbeiten bestehen im Auffurnieren, nämlich Leimen der eingelegten Platte auf das Blindholz, welches aus einer dickeren Weichholzplatte bestehen kann, dem Auskitten, Schleifen, Schattieren, wenn es das Muster erfordert, und dem Polieren. Das Furnieren und Polieren sind wohl Arbeiten des Tischlers, es ist aber von Vorteil, auch wenn man diese nicht selbst vornehmen will, sich hiermit vertraut zu machen. Das Blindholz muß mindestens die Größe der Einlageplatte haben, aus starkem, möglichst trockenem Weichholze und ohne Fehler sein; es ist auf der Oberseite auszurauhen, bei größeren Platten mit dem Zahnhobel, bei kleineren mit einer Raspel oder Feile. Die eingelegte Platte wird vom Brette, auf dem sie sich noch befindet, abgenommen. Für das Auffurnieren sind zwei glatte Auflagebretter und Leisten und mehrere starke Schraubzwingen bereit zu halten. Die Blindholzplatte wird, nachdem man sie nebst der Einlegeplatte erwärmt hat, mit heißem nicht zu dickem Leim gut überstrichen, nicht aber letztere, da sie sich krümmen würde; dann sind beide rasch aufeinanderzulegen, wobei die mit Papier beklebte Seite der eingelegten Platte nach oben zu liegen kommt. Dann sind die ebenfalls erwärmten Auflagebretter und Leisten darüber, beziehungsweise darunter zu legen und das Ganze mittels Schraubzwingen zusammenzupressen. Die mit der Furnierplatte unmittelbar in Berührung kommende Fläche des Auflagebrettes ist vorher stark mit Seife einzureiben, damit sie nicht durch den etwa vorquellenden Leim zusammenkleben. Die Pressung muß an allen Stellen gleichmäßig sein. Damit sich nicht das Blindholz späterhin krummzieht, kann es auf der Rückseite vor dem Belegen mit der Furnierplatte mit heißem Wasser überfahren oder besser mit einer minderwertigen, dünnen Holzplatte furniert werden. Ist das Blindholz nicht gleichmäßig eben, der Leim stellenweise zu mager aufgetragen, so wird sich die Furnierplatte nach dem Abnehmen der Auflagebretter, das nicht vor dem fünften oder sechsten tage geschehen darf, stellenweise lösen und Blasen, sogenannte Kürschner, bilden. Diesem Übelstande kann höchst selten abgeholfen werden. Nunmehr wird das auf der Platte befindliche Papier durch mäßiges Befeuchten abgelöst oder abgeschliffen, dann werden die Adern und sonstigen Einfaßlinien eingelegt, wofür die Vertiefungen mit dem Schnitzer, Schneidemaß oder Schneidezirkel einzureißen sind. Diese Fugen werden mit kitt ausgefüllt und die auf die rauhe Kante gestellten Furnier- oder Metallstreifen hineingetrieben. |
Hierauf ist das Ausfüllen sämtlicher Sägefugen mit Leim oder Schellackkitt vorzunehmen. Ersterer besteht aus einem Gemenge von heißem Leim und feinem Sägemehl, das bei der Laubsägearbeit abfällt, mit feingeriebenem Kienruß oder Rebenschwarz gefärbt, der andere Kitt aus Schellack zu gleichen Teilen mit feinem Bimssteinpulver gemischt, über mäßigem Feuer geschmolzen und in dünne Stangen geformt; doch kann auch feiner, brauner oder schwarzer Siegellack genommen werden. Das Auskitten mit der heißen Leimmischung geschieht durch Einreiben mit einem erwärmten Stemmeisen und Abputzen mit der Hammerscheide, worauf die Platte zum Trocknen beiseite gestellt wird. Das Kitten mit Schellack oder Siegellack bietet den Vorteil raschen Trocknens; man führt das Stängelchen neben einem erhizten Stemmeisen den Fugen entlang, wodurch diese sich füllen. Das Eisen darf aber nicht so heiß genommen werden, daß der fließende Kitt Blasen wirft. Bei ganz feinem Sägeschnitte wird das Auskitten überhaupt nicht notwendig sein. Nach dem Trocknen wird die Platte als Vorarbeit des Schleifens entlang der Holzfasern mit der Ziehklinge abgezogen. Dieses Abziehen und das Schleifen mit feinem Glaspapier dürfen selbstverständlich wegen der dünnen Furnierplatte nicht tief greifen. Einlagen mit gebeiztem Holz müssen damit sie nicht abfärben vor dem Schleifen mit dünner, heller Tischlerpolitur eingelassen werden. Das Einlassen ist nach dem Trocknen zu wiederholen, bis die Poliurflüssigkeit nicht mehr vom Holze eingezogen wird.Schattierungen und feinste Linien, z.B. Blattrippen und dgl. können mit chemischer Tinte eingezeichnet werden. Hierbei müssen alle Striche rein und sicher ausgezogen werden und kann bei enge aneinander gerückten Linien, damit sie nicht zusammenfließen vorerst jeder zweite Strich ausgelassen und dann nach dem Trocknen der früheren zwischengesetzt werden. Die chemische Tinte wird wie folgt bereitet: 10g salpetersaures Silber (Höllenstein) werden in 100g destilliertem Wasser gelöst, hierzu einige Tropfen Gummiarabicumlösung und nur so viel violette Anilintinte gegeben, daß bei dem Zeichnen die Striche noch sichtbar sind. Der Gummizusatz verhindert das Ausfließen der Tinte; zum Zeichnen ist eine Gänsekiel- oder Aluminiumfeder zu nehmen. Die Tinte hält sich, wenn sie nicht verunreinigt wird, in verschlossenen Fläschchen lange Zeit, verursacht aber auf Fingern und Kleidungsstücken schwarze Flecken. Man gibt von ihr jedesmal nur soviel in ein Schälchen als nötig ist, weil das Übriggebliebene nicht mehr zurückgegossen werden darf. Die anfänglich blassen Linien verändern sich binnen wenigen Tagen in ein tiefes Purpurbraun und sind unverlöschlich. |
Fehlstriche können nicht verbessert, Flecken nicht ausgetilgt werden. Sind die Einzeichnungen getrocknet, so wird die Fläche nochmals mit verdünnter Politurflüssigkeit überzogen und erst nach einigen Tagen mit Ossa sepia oder feinstem Glaspapier behutsam überrieben, worauf mit dem Polieren begonnen werden kann.Von den verschiedenen Polituren bietet für einen dauerhaften Glanz noch immer die altbewährte Schellackpolitur die sicherste Gewähr. Sie kann folgenderweise hergestellt werden: Von den verschiedenen Polituren bietet für einen dauerhaften Glanz noch immer die altbewährte Schellackpolitur die sicherste Gewähr. Sie kann folgendermaßen hergestellt werden: Man löst in einer Flasche 125g guten, hellen Schellack in ½ Liter 90% Spiritus. Die Flasche wird, nachdem man sie mit einer Tierblase oder Pergamentpapier zugebunden und diesen Verschluß an einigen Stellen mit einer Nadel durchlöchert hat, an einem warmen Ort gestellt und zur leichteren Lösung öfters geschüttelt. Nach mehreren Tagen zeigen sich Wolken, die man so lange absetzen läßt, bis sich von der reinen Flüssigkeit der Bodensatz abgesondert hat. Das klare ist dann in eine zweite Flasche vorsichtig überzugießen und gut zu verkorken. Kurz vor dem Gebrauche wird das benötigte Quantum dieser Normalpolitur nach Bedarf mit reinem Spiritus verdünnt. Zum Polierbausch nimmt man einen reinen Flanell oder sonstigen wollenen Lappen, der zur Größe der wälschen Nuß zusammengeknüllt in ein Stück reine, durch öfteres Waschen schmiegsam gewordene Leinwand gewickelt wird, sodaß die Enden nach festem Zusammendrehen einen bequemen Handgriff bilden. Auf den inneren Bausch wird zeitweilig die mit Spiritus verdünnte Politur gegossen - anfänglich wenig, bei fortschreitendem Polieren nur etwas mehr, doch nie zuviel - und dann die Leinwand faltenlos darüber gegeben. Der Ballen sill eher etwas trocken als zu naß gehalten werden. Nun sind ein paar Tropfen feines Olivenöl auf die Außenseite zu träufeln und dann alle Stellen der Polierfläche bei leichtem Drucke und ohne innezuhalten in gleichmäßigen, halb kreisrunden, bald länglichen und einer 8 ähnlichen Zügen zu überreiben, wobei an einer Plattenecke zu beginnen und der Ballen, nachdem die ganze Fläche mehrmals überfahren wurde, an der entgegen gesetzten Ecke über den Rand hinauszuziehen ist. Läßt man den Ballen nur einen Augenblick auf irgend einer Stelle ruhen, so klebt er an und reißt bei dem Abnehmen die Politur mit sich: die Arbeit ist verdorben. Die im Bausch befindliche Politur sickert allmählich durch die Leinwand, wird unter dem Reiben auf der Platte gleichmäßig verteilt und das Harz bleibt nach dem Verdunsten des Spiritus als glänzender Überzug zurück. Das Einfetten mit Oel dient bloß zur ungehinderten Bewegung des Polierballens und soll daher möglichst sparsam und nur dann geschehen, wenn er nur schwer fortzubewegen ist. Ebenso ist die Polierflüssigkeit nur dann auf dem inneren Bausche nachzugießen, wenn er zu trocknen anfängt. Man entfernt dann die Leinwand, gibt ein wenig Politur auf den Bausch, wobei man ihn auf die Oeffnung der Flasche legt, letztere umkehrt, sogleich wieder in die frühere Lage bringt und das Leinenstück faltenlos über den Kern wickelt. Bei fortschreitender Arbeit zeigen sich auf der Platte sogenannte Wolken, die allmählich wieder verschwinden. |
Hat die Fläche einen gleichmäßigen, obschon nicht besonders hohen Glanz erhalten, so wird die Arbeit auf etwa 8 Tage zum Erhärten dieser Grundpolitur unterbrochenund dann erst das eigentliche, zweite Polieren vorgenommen, wobei wie vorhin, oder mit etwas verdünnter Politur zu verfahren ist, bis der Glanz in erhöhtem Maße auftritt. Dann wird die Platte abermals mehrere Tage ruhen gelassen. Das letzte Polieren geschieht hierauf mit stark verdünnter Politur und bei dem Eintreten des Hochglanzes nur mit Spiritus allein befeuchteten Ballen. Zuletzt ist die Fläche mit Wienerkalk oder Reispuder zu überstäuben und mittels eines reinen, trockenen Leinenlappens zu überreiben. Da ein schon in Gebrauch gewesener Polierballen besser als ein neuer ist, soll er für weiteres Benützen in einer geschlossenen Blechbüchse aufbewahrt werden. Es gibt auch eine Art Schnellpolitur, wobei das mit dem Namen "Sobbolin" bezeichnete Poliermittel verwendet und auf Seite 16 ausführlicher besprochen wird. |
Die Holzmalerei erfordert zur Nachahmung der Einlegearbeit keine bedeutenden Vorkenntnisse. Man benützt hierzu gute Aquarellfarben und legt die Flächern derart an, daß die Textur des Holzes noch zur Geltung kommt. Als Malflächen dienen lichte, feinfaserige Holzarten: Ahorn, Erlen, Linden usw. Die feingeschliffene Fläche wird mit der schon bei den Einlegearbeiten erwähnten hellen, verdünnten Schellackpolitur mittels eines Schwämmchens überfahren und nach dem dasselbe wiederholt, dann nach einigen Tagen mit einem feinkörnigen Glaspapier nochmals überschliffen. Zur Ausführuung der Malerei sind alle für Einlegearbeiten entworfenen Vorlagen mit und ohne Figuren, ohne Schattierungen, dann Schattenrißzeichnungen - schwarz auf weißem Grunde - verwendbar. Das gewählte Muster wird mit Graphit- (nicht etwa mit Blau- oder Rötel-) Papier aufgepaust; alle Linien müssen scharft und rein ausgezogen sein, Fehlstriche können vorsichtig mit weichem Radiergummi entfernt werden, Schmutz- und Schweißflecken dürfen nicht vorhanden sein. |
Hierauf werden alle Konturen mit guter schwarzer Tusche, der zur Belebung eine Spur Rot beigemischt werden kann, oder mit sattbrauner Farbe ausgezogen; die Linien müssen dem zu imitierenden Sägeschnitte in gleichmäßiger Stärke gehalten werden und dürfen bei dem Malen, das sich nur auf das Anlegen der Partien zu beschränken hat, nicht überschritten werden. Die Farben sind den Holztönen entsprechend zu wählen und mit Ausnahme von Weiß und Schwarz nur lasierend aufzutragen. Mit Sepia, Vandykbraun und gebrannter Terra di Siena, für sich allein wie durch Vermischen, können Nuß-, Zeder-, Eichen-, Birnholz, Mahagoni, Palisander usw. Naturgetreu nachgeahmt werdem, bei weißen Flächen wird das Holz meistens im Naturtone belassen, schwarze Flächen sind für genügende Deckung mindestens zweimal mit guter Tusche oder Beinschwarz gleichmäßig zu überlegen. |
Dieses ist besonders dann notwendig, wenn die Malerei poliert werden soll, da schwarz angelegte Flächen bei nicht genügender Deckung ein fleckiges Aussehen erhalten. Zur Verhütung von Flecken bei dem Anlegen größerer Partien, können diese vorerst mittels des mit reinem Wasser benetzten Pinsels mäßig überfahren und dann die noch feuchten Stellen mit der betreffenden Farbe lasierend angelegt werden. Zur Nachahmung von Elfenbein- und Metalleinlagen, die bei Intarsien gewöhnlich nur als Einfassungen vorkommen, nimmt man für erstere gutes Deckweiß, gemischt mit einer Spur Neapelgelb, für letztere entweder echtes Muschelgold, -Silber oder die entsprechende Bronzefarbe. Bei Gold hat stets eine Untermalung mit Orange, bei Silber eine solche von Deckweiß, gemischt mit einer schachen Spur Schwarz, stattzufinden. Die Malerei ist bis zum vollständigen Trocknen, das etwa 8 Tage beansprucht, an einem staubfreien Orte ruhen zu lassen und dann mit farblosem Firnis zu überziehen oder, wenn weder Weiß noch Bronze verwendet wurde, zu polieren. |
Diese seit einiger Zeit zur Nachahmung der Einlegearbeit sehr beliebte Maltechnik ist von besonders vornehmer Wirkung und wird auf Kirschbaum und Beizfarben ausgeführt. Dieses ist besonders dann notwendig, wenn die Malerei poliert werden soll, da schwarz angelegte Flächen bei nicht genügender Deckung ein fleckiges Aussehen erhalten. Zur Verhütung von Flecken bei dem Anlegen größerer Partien, können diese vorerst mittels des mit reinem Wasser benetzten Pinsels mäßig überfahren und dann die noch feuchten Stellen mit der betreffenden Farbe lasierend angelegt werden. Zur Nachahmung von Elfenbein- und Metalleinlagen, die bei Intarsien gewöhnlich nur als Einfassungen vorkommen, nimmt man für erstere gutes Deckweiß, gemischt mit einer Spur Neapelgelb, für letztere entweder echtes Muschelgold, -Silber oder die entsprechende Bronzefarbe. |
Bei Gold hat stets eine Untermalung mit Orange, bei Silber eine solche von Deckweiß, gemischt mit einer schachen Spur Schwarz, stattzufinden. Die Malerei ist bis zum vollständigen Trocknen, das etwa 8 Tage beansprucht, an einem staubfreien Orte ruhen zu lassen und dann mit farblosem Firnis zu überziehen oder, wenn weder Weiß noch Bronze verwendet wurde, zu polieren. Hierbei ist folgendermaßen vorzugehen: Zuerst schneidet man die Konturen des mit Graphitpapier aufgepausten Musters ein und schleift dann die Holzfläche entlang der Holzfaser mit Sandpapier feinstens ab. Hierauf ist mit scharfer Bürste der Staub gründlichst zu entfernen, sodaß die geschnittenen Linien wieder klar hervortreten und vertieft bleiben; wenn nicht, müssen sie nachgeschnitten werden. Die gebräuchlichsten Beizfarben sind: Schwarz, Braun, Hell- und Dunkelgrün, Eichen, Blau, Hell- und Dunkelrot, Violett, Gelb, Tarsoweiß. Bei dem Anlegen der Flächen ist der Pinsel nicht ganz voll zu nehmen und die Farbe von der Mitte aus gegen die Kontur hin gleichmäßig zu verteilen. Die eingeschnittenen Linien dürfen nicht mit der Farbe gefüllt oder gar überschritten werden und müssen sich scharf abgrenzen. Das Verwaschen und Schattieren der Töne ist nicht statthaft. Wurde beim Auftragen der Beizfarbe eine begrenzende Linie überschritten, so schabe man diese Slette nach dem Trocknen mit einem scharfen Messerchen sauber ab. Zur wirklichen Geltung gelangt die Tarsomalerei erst durch das Polieren mit Sobbolin. Dieses Poliermittel wird mit einem breiten, weichen Pinsel gleichmäßif aufgetragen und nachdem der erste Überzug gut getrocknet ist, ein zweiter, wenn notwendig auch ein dritter gegeben. Jeder Anstrich muß immer vollständig trocknen gelassen werden. Bei dem Polieren befeuchtet man ein Wattebäuschchen mit Spiritus, umgibt es mit einem weichen Leinenfleck und überreibt hiermit die Polierfläche in kreisförmiger Bewegung. Schon nach kurzer Zeit wird der gewünschte Hochglanz eintreten. Für einen schönen Mattglanz genügt schon ein dreimaliges, gleichmäßiges Auftragen dieses Poliermittels ohne nachfolgendes Ueberreiben. |
Die Vorlagen zu den Abbildungen sind unter den darunter verzeichneten Nummern vom Verlag zu beziehen, sowie Holzwaren mit aufgedrucktem Muster, Werkzeug- und Beizkästen und alles für häusliche Kunst. |
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